Initiative

„Für Recht und Gerechtigkeit, Fairness und einen respektvollen Umgang miteinander in unserer Kirche“

– Die Initiatoren

Wer wir sind

Wir sind katholische Christen, die das ehrliche Aufklärungsanliegen von Kardinal Woelki unterstützen. Wir plädieren entschieden für Fairness und Gerechtigkeit, auch und gerade gegenüber dem Erzbischof.

Unseren Appell verstehen wir als Aufruf zu einem notwendigen und klärenden Dialog im Dienst der Wahrheit und des Respekts.

Wir beten um Versöhnung und Frieden

Unser Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, ist zurück im Erzbistum Köln und wird mit Beginn der Fastenzeit seine Aufgaben in der Diözese wieder aufnehmen. Wir freuen uns über seine Rückkehr und wünschen uns einen versöhnlichen Umgang untereinander. Wir wollen mit Ihnen gemeinsam um die Gaben des Heiligen Geistes beten, dass alle Seiten sich um einen fairen und verständnisvollen Dialog bemühen und eine Versöhnung möglich machen.

Wir beten auch für die Kirche in Deutschland. Dass sie die Herausforderungen der Gegenwart in der Treue zu Christus bewältige. Und schließlich beten wir für Frieden und Versöhnung in der Ukraine. Dass Russland einlenkt und der Krieg ein schnelles Ende findet.

Offener Brief:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Mitmenschen guten Willens,

Das Faktum sexualisierter Gewalt und ihr in den vergangenen Jahren ans Licht gekommene Ausmaß in der katholischen Kirche erschüttert uns. Wir sind entsetzt über das unsägliche Leid, das vor allem Kindern und Jugendlichen angetan wurde und fordern eine angemessene Untersuchung aller Sachverhalte. Wir hoffen zudem, dass durch die Erfahrungen der Kirche mit der Aufarbeitung dieses überaus traurigen Kapitels ihrer Geschichte auch andere Institutionen innerhalb der Gesellschaft ermutigt werden, ebenfalls offen und ehrlich notwendige Aufklärungs- und Reinigungsprozesse zu initiieren, wo auch immer sexueller Missbrauch an Minderjährigen stattgefunden hat. Denn es geht darum, unsere Kinder effektiv und umfassend zu schützen. Wir wissen und bedauern, dass im Zusammenhang mit der begonnenen Aufarbeitung im Erzbistum Köln offensichtlich Fehler gemacht wurden, die das ehrliche Anliegen der Verantwortlichen zu verdunkeln scheinen. Unglückliches Handeln soll nicht verschwiegen werden. Ziel muss eine menschengerechte Aufarbeitung und Aufklärung im Dienste der Wahrheit sein.

Wir setzen Vertrauen in die Aufklärungsarbeit

Fairness und Gerechtigkeit aber sind – gerade in emotionalisierten Zeiten – gegenüber allen Personen geboten. Vor diesem Hintergrund setzen wir Vertrauen in die Aufklärungsarbeit, die Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern seit Jahren leistet. Wir nehmen mit viel Hoffnung und Zuversicht wahr, wieviel Gutes in diesen Jahren in der katholischen Kirche im Allgemeinen und im Erzbistum Köln im Besonderen bereits mit Blick auf Intervention, Prävention und Betroffenenhilfe geschehen ist. Der Kölner Erzbischof selbst hat in seinen zahlreichen Initiativen, Äußerungen, Stellungnahmen und Entscheidungen wiederholt bewiesen, wie sehr er entschlossen ist, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dafür zu sorgen, dass es möglichst nie wieder zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche kommt. Dazu gehört auch die notwendige Aufarbeitung des Umgangs mit solchen Fällen seitens der Verantwortlichen, die Feststellung von Versäumnissen und die entschlossene Festlegung eventueller Konsequenzen. Falsche Rücksichtnahme sollte unbedingt vermieden werden, auch wenn das für manche schmerzlich sein kann. Dies kann aber nur auf einer vollständig recherchierten und sachlichen Grundlage geschehen.

Kardinal Woelki hat als erster deutscher Bischof ein solches Gutachten auf der Grundlage der eigenen Akten der Diözese in Auftrag gegeben. Dies ist eine gute Entscheidung und die Einholung eines Gutachtens ein bewährtes Verfahren. Der Kardinal hat darüber hinaus vorgegeben, dass das Gutachten veröffentlicht werden soll und sich als Zeichen der Transparenz und der Wahrhaftigkeit seines Aufklärungswillens verpflichtet, dieses auch selbst nicht vor der Veröffentlichung einzusehen.

Äußerungsrechtliche Herausforderungen

Mit dem Ziel der Veröffentlichung beginnen allerdings die juristischen, äußerungsrechtlichen Herausforderungen: Ein Gutachten, auch wenn es von einer Anwaltskanzlei angefertigt wird, bleibt ein Privatgutachten, welches weder ein staatliches Gerichts- noch ein kirchenrechtliches Verfahren ersetzen kann. Es ist daher auch nicht zulässig, durch ein solches Privatgutachten öffentlich ohne hinreichenden Faktenaufweis eine Zuschreibung von Verantwortlichkeit oder gar eine Verurteilung vorzunehmen. Daher ließ Kardinal Woelki von zwei verschiedenen Fachjuristen die äußerungsrechtliche Zulässigkeit des vorliegenden ersten Gutachtens prüfen und erhielt die übereinstimmende Einschätzung, dass dieses die gestellten Anforderungen nicht erfüllt.

Der Vorwurf, Kardinal Woelki würde das erstellte Gutachten zurückhalten, ist also letztlich der Vorwurf, er sei bereit, die Rechtsordnung zu achten. Die Bereitschaft, das geltende Recht zu beachten, ist eine Selbstverständlichkeit, die auch und besonders von einem Bischof erwartet werden muss. Diesen Anforderungen an ein rechtstreues Verhalten entspricht der Erzbischof. Es wäre absurd, aus seiner juristisch gebotenen Rücksichtnahme ihm einen mangelnden Aufklärungswillen zu unterstellen oder gar eine Vertuschungsbereitschaft anzuheften.

Wir unterstützen Kardinal Woelkis Initiative

Deswegen unterstützen wir Kardinal Woelkis Initiative, ein zweites Rechtsgutachten über den Umgang mit sexualisierter Gewalt in Auftrag gegeben zu haben, das auch äußerungsrechtliche Rechtssicherheit bieten soll. Dieses zweite Gutachten, das die Kanzlei von Prof. Dr. Björn Gercke derzeit erstellt und am 18. März 2021 veröffentlichen wird, wird nach heutigem Kenntnisstand alle 236 bislang bekannt gewordenen Fälle untersuchen. Damit ist diese zweite von Kardinal Woelki beauftragte Untersuchung die umfassendste überhaupt, die bislang in einem Bistum in Deutschland erarbeitet wird. Denn der Größe der geschehenen Verbrechen muss die Sorgfalt einer wirklichkeitsgerechten und vollständigen Aufarbeitung entsprechen, damit wirksame zukunftsträchtige Veränderungen stattfinden können.

Wir wissen, dass die Maßnahmen von Kardinal Woelki, das Evangelium glaubwürdig in Wort und Tat zu verkünden, von vielen Menschen wahrgenommen und anerkannt werden. Wir fordern, dass es auch in der gegenwärtigen Auseinandersetzung zu einem gerechten Umgang mit Fakten und der Person des Kardinals kommt, der mehr Solidarität und Loyalität, aber auch Respekt und Fairness verdient hat, als er sie in diesen Tagen zuweilen erfährt.

Köln, am 5. Februar 2021

Wir weisen klarstellend darauf hin, dass in einer vorherigen Version des Aufrufs geschrieben stand, das erste Gutachten habe nur 15 Fälle herausgegriffen und begutachtet. Damit war gemeint, dass nur 15 Fälle im Gutachten exemplarisch dargestellt wurden.

Erstunterzeichner

– Tobias Graf Bernstoff, Bedburg
– Hermann Gerbaulet, Berlin
– Achim Greif, Remagen
– Josef Irl, Mindelstetten-Imbath
– Teresa und Christoph Konopka, Bonn
– Maria Kurz, Bonn
– Martine und Jürgen Liminski, Bonn

– Ailen und Thibaut Liminski, Bonn
– Flavia Liminski, Regensburg
– Martin Lohmann, Bonn
– Andreas und Clara Lorenz, Regensburg
– Angela Maisondieu, Bonn
– Benjamin Marx, Köln
– Thomas Mertz, Bonn

– Gabriele und Klaus Pott, Bonn
– Thomas Pöppinghaus, Bonn
– Andreas Reimann, Köln
– Jeffrey Schroedinger, Regensburg
– Nataly und Rüdiger von Stengel, Bonn
– Cäcilia und Johann Baptist Wehler, Köln
– Karolin und Walter Wehler, Köln

Papst Franziskus hat entschieden

Wir begrüßen es, dass der Kölner Erzbischof, Rainer Kardinal Woelki, nun auch von Rom die Anerkennung bekommen hat, in der Missbrauchsaufarbeitung vorbildlich tätig gewesen zu sein. Nach einer langen Zeit, in der viele aus welchen Gründen auch immer versucht haben, dem Kardinal zu schaden und ihn in ein schräges Licht zu rücken, ist diese römische Bestätigung ein gutes Zeichen. Denn tatsächlich hat Rainer Kardinal Woelki wie kein anderer Bischof eine klare Aufarbeitung vorangetrieben.

Es war und ist zudem deutlich, dass er nicht durch Entscheidungen, die ein Vertuschen möglich gemacht hätten, Schuld auf sich geladen hat. Auch so gesehen freuen wir uns, dass nun der Weg auch gleichsam offiziell frei ist, dem Erzbischof von Köln Gerechtigkeit und Fairness zukommen zu lassen.

Dafür hatten wir als Initiative uns entschieden eingesetzt. Wir hoffen nun sehr, dass die Attacken gegen Kardinal Woelki aufhören und ein Wiederaufbau des Vertrauens und echter Zusammenarbeit im Erzbistum Köln mit dem Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, möglich wird.

Wir bedanken uns bei allen Unterstützern unserer Initiative zugunsten des fairen Umgangs mit der katholischen Kirche im Allgemeinen und mit dem Erzbischof von Köln im Besonderen. In diesen Tagen wurde bereits eine Heilige Messe in Ihren Anliegen gefeiert. Gleichzeitig würden wir uns freuen, wenn Sie weiterhin mit uns im Gebet für die Kirche in Köln und in Deutschland verbunden bleiben.

Unterstützer werden

Wenn auch Sie der Meinung sind, dass es in der gegenwärtigen Auseinandersetzung eines gerechteren Umgangs mit Fakten und der Person des Kardinals bedarf, dann unterstützen Sie mit Ihrem Namen unsere Initiative. Für Recht und Gerechtigkeit, Fairness und einen respektvollen Umgang miteinander in unserer Kirche.

Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Teilnahme im Anschluss an den Versand noch einmal bestätigen müssen, wenn Sie möchten, dass Ihr Name in der Liste der Unterstützer öffentlich gelistet wird. Sie erhalten dann im Anschluss an Ihre Teilnahme eine Mail von WordPress. Diese kann in Einzelfällen auch in Ihrem Spam-Ordner zu finden sein. Schauen Sie bitte daher hier noch einmal nach.

Fairness in der Kirche

Für Recht und Gerechtigkeit, Fairness und einen respektvollen Umgang in der katholischen Kirche:
Wir sind katholische Christen, die das ehrliche Aufklärungsanliegen von Kardinal Woelki unterstützen. Wir plädieren entschieden für Fairness und Gerechtigkeit, auch und gerade gegenüber dem Erzbischof. Unseren Appell verstehen wir als Aufruf zu einem notwendigen und klärenden Dialog im Dienst der Wahrheit und des Respekts.

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